Samstag, 3. April 2010

Tag 2 - erste Erkundung

Nach 11 Stunden Schlaf bin ich um kurz nach 1 aufgewacht. Die Matratze ist bretthart. Wer meine Matraze in Lautern kennt, weiß, dass das eine klitzekleine Umstellung bedeutet;). Mein Rücken hat sich noch nicht beschwert, aber ich bin äußerst gespannt, wie sich das noch entwickelt.

Nach kurzem Mittagssnack (Die Wantansuppe mit weniger Ingwer und daher kaum Geschmack) ging es mit meinem Chef auf Entdeckungstour ins Stadtzentrum. Also ab zum Bus. Unglücklicherweise stehen die Busnummern fast ausschließlich auf der Rückseite. Auf der Front befinden sich lediglich diese unsäglichen Hieroglyphen. Im Zentrum bin ich dann durch zwei Einkaufszentren geführt worden und habe einen Eindruck der Straßen drumherum bekommen. Viele kleine Geschäfte für jeden Tot und Teufel.

Wenn jemand von euch einen Job sucht: Hier werden überall Klamottenverkäufer gesucht!
Kleiner Nachteil dieser Jobs ist die Arbeitsumgebung. Aus jedem Laden kommt derart laute Musik (auch wenn sie gar nicht schlecht ist), dass ich es schon vor der Tür unangenehm laut finde. Mit Oropax aber sicher ein lösbares Problem; ohne ein Graus.

Neben riesigen Technikebenen mit gefühlten 1000 Servicetischen für allen Scheiß ist der Servicegedanke hier recht ausgeprägt. Mein Chef suchte eine neue Schale für sein Handy. Natürlich erwischte er einen Stand, der gerade für dieses Modell keine vorrätig hatte. Plötzlich sprintet das Mädchen (ich muss noch lernen die Chinesen zu schätzen) los, verschwindet zwischen den Ständen und kommt gefühlte 1,5 Sekunden später wieder zurück, inkl. passender Schale und Handytasche. Nachdem mein Chef Interesse signalisierte, lotzte sie uns zu dem Stand des eigentlichen Verkäufers. Er baute uns gleich 2 Sitzhocker auf und fing an die Schalen auszutauschen. Das beinhaltet natürlich auch eine Innenreinigung des Handys mit einer Zahnbürste und später die korrekte Einstellung von Zeit und Datum. So stelle ich mir eine Dienstleistung vor - das ganze hat insgesamt 4,50€ gekostet.

Im Anschluss gab es dann noch irgendwie fritierte Tintenfische (Tintenfischgehacktes o.ä.) und einen Kaffee in einer kleine Bar an der Straßenecke. Ich bin ja mal gespannt, ob der Mut zu so einer Küche noch Folgen haben wird;). Naja, ich liebe Kaffee, aber das war braun gefärbte Brühe mit Milch und ebenso viel Zucker.

Abendessen gab es dann beim, mir als chinesischen McDonalds vorgestellten, Fastfood laden. Für Kenner: geworben wird mit Bruce Lee im Logo. Das Essen war gut und ist durchaus mit unseren chinesischen Imbissen zu vergleichen. Bis auf die Suppe war das Essen gar nicht schlecht! Die Suppe bestand fast ausschließlich aus viel Brühe mit Knochen und Knorpeln, die je eine Faser Fleisch festhielten. Naja, man muss ja nicht alles essen ;) Mein Chef erklärte mir dann, dass in China Fleisch mit Knochen als besser und schmackhafter angesehen wird. Fleisch ohne Knochen ist daher auch günstiger!

Nach der Rückkehr aus der Stadt bin ich nun zu Hause und falle nach nur 11 Stunden auf den Beinen schon wieder müde ins Bett.

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