Meine Chefs haben mir für diese Zeit überraschend frei gegeben, da ich mich schließlich um meinen Gast kümmern müsse. Als nette Zugabe haben sie noch einige Ausflüge in Foshan und Umgebung geplant.
Als erstes ging es zum größten sitzenden Buddha der Welt. Auch wenn der Titel schon viel verspricht, war ich von der wahren Größe trotzdem beeindruckt. Der Buddha steht in mitten eines wirklich großen Naturschutzgebietes. Darin befinden sich einige weitere kleine Tempel, ein Bambuswald und viele Wanderwege. Aber seht selbst:
Zu Miao 祖庙
Eigentlich hatten meine Chefs geplant mit uns ins Kloster 祖庙 zu gehen. Leider kam kurzfristig ein Termin dazwischen, so dass wir lediglich, etwas überrascht, die Eintrittskarten für das Kloster auf meinem Laptop fanden. Das Kloster liegt mitten in der Stadt und dient als Museum für die Entwicklung des Kung Fus. Viele Namenhaften Entwicklungen rund um diese Kampfkunst stammen aus dieser Region Chinas. Heute wird das Kloster noch immer von einigen Mönchen bewohnt und zu Trainingszwecken genutzt. Viele interessierte Kampfsportler aus dem Westen reisen in dieses oder auch andere Klöster der Region um ihre Kampfsportfähigkeiten auszubauen. Während unseres Besuchs nahm auch ein Weißer am Training der Mönche teil. Im Vergleich zu den Chinesen bewegte er sich jedoch recht hölzern ;)
Darüberhinaus ist das Kloster schön hergerichtet und bietet viele kleine Teiche und Gebäude, in denen man den Stress der 50m entfernten Stadt einfach vergessen kann.
Der größte liegende Buddha (der Region) und ein altes Dorf
Der nächste Ausflug führte uns zu einem großen liegenden Buddha. Das Gelände um den Buddha herum befindet sich zum Teil noch um Bau, so dass es im Vergleich zum ersten Buddha nicht mithalten kann.
Neben dem Buddha befindet sich auf dem Parkgelände noch ein tibetisches Kloster. Leider ist es nicht in besonders gutem Zustand und liegt etwas abgelegen…Da tibetische Klöster allerdings recht selten sind, war es natürlich toll eines zu besuchen ;)
Die Buddhas werden ausschließlich durch Spenden der immer wohlhabenderen Chinesen finanziert, die für ihren Erfolg danken wollen. Die Buddhas sollen außerdem das Fengshui der Region verbessern. Die Auswahl der Berge für solche Statuen beruht im Grunde nur darauf...
Im Anschluss sind wir dann in ein altes Dorf (etwa 200 Jahre alt) gefahren. Das Dorf wurde von einem General und seinen Angehörigen bewohnt. Es war ein Geschenk für seine treuen Dienste. Es ist schon imposant zu sehen, dass die Chinesen vor 200 Jahren in der Lage waren eine funktionierende Reihenhaussiedlung inklusive Kanalisation zu errichten und zu unterhalten. Viele der Gebäude sind inzwischen zerfallen, vermitteln aber immer noch einen guten Eindruck vom Leben in dieser Siedlung. Derzeit ist diese Dorf nicht für Touristen erschlossen, so dass sich auch nur wenige Fremde dorthin verirren. Dafür erlaubt gerade dieses Detail ein ganz anderes China kennenzulernen.
Nach all der Kultur steuerten meine Chefs dann ein kleines Restaurant in der Nähe der Siedlung an. Wie man auf dem Foto erkennt, wirkt es nicht sonderlich vertrauenerweckend. Das Essen war aber wohl das beste, was ich hier bisher bekommen habe. Die Küche war praktisch offen im Hof mit einem großen Wok über offenem Feuer. Das deutsche Gesundheitsamt hätte sich wahrscheinlich nicht einmal die Mühe gemacht Proben in dem Laden zu nehmen und es direkt dicht gemacht, aber wer braucht schon saubere Kühlschränke, wenn das Fleisch erst wenige Stunden vor der Zubereitung erlegt wird!? Der Fisch und das Fleisch sind fast überall vom selben Tag...
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