Die nächste große Reise führte uns nach Beijing (北京). Mein Chef brachte uns morgens noch zum Busbahnhof von dem wir dann planmäßig zum Flughafen nach Guangzhou (广州) aufgebrochen sind. Nach einem unkomplizierten und angenehmen Flug ging es mit dem Airport Express, einer Sonderlinie der U-Bahn in die Stadt. Wir hatten uns über google-Maps die nächstliegenden U-Bahnhaltestelle herausgesucht und hofften mit unseren Stadtplänen der Reiseführer dann zurecht zu kommen. In der U-Bahn selbst, findet man sich gut zu Recht. Die Pläne sind übersetzt und auch die Ansagen in der U-Bahn selbst sind zweisprachig. Schwierig wird es erst, wenn man die U-Bahnhaltestelle verlässt. Nachdem wir wieder zurück unter der heißen Sonne Pekings standen, suchten wir nach Anhaltspunkten - also Straßennamen. Leider konnten wir keine Straße in unseren Karten wiederfinden. Mit etwas Bauchgefühl und noch mehr Glück wählten wir zwar die richtige Straße, trauten unserer Schätzung wiederum nicht vollkommen. Da die letzte Mahlzeit bereits länger zurück lag und uns die Orientierung ziemlich verlassen hatte, zog es uns zu der einzigen Konstante, die es auf der ganzen Welt und nahezu jeder Stadt gibt - Mc Donalds! Während ich versucht 2 Big Mac Menus zu bestellen (leider selbst nach der Olympiade nur mit Zeigekarte möglich) fand meine Freundin am Nachbartisch einen Ausländer, der bestätigte, dass wir auf dem richtigen Weg waren und es nur noch wenige hundert Meter zu unserem Hotel seien. Nach dieser nun wirklich beruhigenden Info schmeckte der Burger gleich um ein vielfaches besser :-P
Das Hotel hatten wir über hostelworld.com gebucht und dementsprechend mit einem Hostel gerechnet. Tatsächlich war es ein Hotel, dass auch hostelähnliche Zimmer anbietet. Unser Doppelzimmer, für 15€ pro Nacht und Nase inkl. Western Breakfast war überraschend gut und überzeugte uns fast ohne Einschränkung. Den Kühlschrank/Minibar, den wir in Hong Kong noch so zu schätzen wussten, um Getränke zu kühlen und abzufüllen, fehlte leider :(
Das Hotel liegt in Sichtweite der verbotenen Stadt nur etwa 5min entfernt von der Wangfujing Straße, der Haupteinkaufsstraße Pekings. Zentraler geht es kaum noch^^
Unser erster Abend bestand demnach auch darin zu Fuß die Umgebung zu erkunden. Wir sind daher als erstes entlang der verbotenen Stadt in Richtung des Platzes des himmlischen Friedens ( 天安门 ) gelaufen. Der Platz wird leider durch 2 riesige Leinwände und das ebenso hässliche Grab Maos geteilt. Die Leinwände könnten aber auch dort stehen um das Grab zu verdecken - Grund dazu hätte man!
Die Straße zwischen dem Platz und der verbotenen Stadt ist extra breit (16 Spuren) und somit für jede erdenkliche Militärparade einsetzbar. Wie bei so ziemlichen allen Bauten, modern wie steinalt, geht es wohl primär ums Protzen. Warum brauchen Diktaturen u.ä. so enorme Statussymbole?
Da wir noch etwas Zeit hatten, dachten wir uns, es sei eine gute Idee auf der anderen Seite der verbotenen Stadt zurück zu laufen. Im Zentrum der Stadt müssen doch schließlich auch ein paar Bars und Restaurants sein, warum also nicht im Umfeld der verbotenen Stadt?! Leider irrten wir vollkommen. Die Straße, die um die verbotene Stadt führt, ist rundherum tot. Es gibt nur wenige Restaurants oder Bars, so dass außerhalb der Öffnungszeiten der verbotenen Stadt die Bürgersteige hochgeklappt werden. Da hatten wir beiden mehr erwartet! So war es ein wenig spannender und umso längerer Weg nach Hause.
Ich vermisse hier eindeutig einen heißen Grill, ein oder zwei kühle Bierchen und einen haufen fußballbegeisterter Menschen. Deutschlandspiele um 2:30h in der früh sind scheiße!!!
0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen