Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, hatte ich in den letzten drei Wochen besseres zu tun als zu bloggen ;) Ich bitte die verzögerten Beiträge zu verzeihen!
Einer der interessanten Ausflüge führte uns nach Hong Kong. Die Fahrt mit dem Bus dauert etwa drei Stunden, ist aber in einem modernen Reisebus gut zu ertragen. Der Bus fährt bis zur Grenze, schmeißt alle Fahrgäste raus und überlässt sie dort den Behörden.
Vom Busbahnhof geht es dann wenige Meter in das Grenzgebäude zu den Passkontrollen der chinesischen Seite. Da ein guter Ausländer hier nicht mit dem Bus reist, waren die Schalter für alle Nicht-Chinesen nur mäßig frequentiert. Nach dem Durchqueren der erste Grenze geht es dann gleich weiter in die nächste Schlange zur Einreise nach Hong Kong. Nachdem auch das geschafft ist, verlässt man das Gebäude und steht erneut auf einem Busbahnhof. Anhand von Stickern, die jeder Fahrgast bei Verlassen des Busses auf der anderen Seite bekommen hatte, erkennen die "Touri-fänger von Hong Kong" wer in welchen Bus gehört. Wenn das alles geregelt ist, geht es weiter in die Stadt.
Von unserer Bushaltestelle, einem Luxushotel am Hafen von Kowloon sind wir zu Fuß zu unserem Hotel gewandert. Nach einem ersten skeptischen Blick auf die Fassade, konnte uns das Hotelinnere aber mehr als überzeugen.
In Hong Kong haben wir uns die verschiedenen öffentlichen (kostenlos!) Parks in Kowloon als auch auf der Insel Hong Kong angesehen, den Aussichtspunkt "The Peak" besucht, die längste Rolltreppe der Welt benutzt, eine kurze Bootstour gemacht und die ein oder andere Shopping Mall besucht. Insbesondere im Stadtteil "Central" findet das Leben kaum noch auf der Straße statt. Praktisch jedes Gebäude und alle Malls sind durch Brücken (klimatisiert natürlich) auf Höhe der ersten Etage miteinander verbunden. Auf Grund der hohen Temperaturen und des wenig erfreulich feuchten Klimas wird jede Klimaanlage natürlich dankend angenommen.
Ich muss sagen, dass ich die Stadt wirklich mag! Die Leute sprechen alle fließend Englisch (endlich wieder selbstständig sein, seine Belange selbst regeln zu können, ist einfach traumhaft!), sind den Umgang mit Ausländern gewöhnt und starren die komischen Weißen nicht ständig an, der Verkehr fließt ruhig und geregelt, wie es sich gehört und die Stadt ist so sauber wie kaum eine Stadt, die ich sonst irgendwo besucht habe. Viele Raucher aschen sogar in die Mülleimer ab, statt einfach die Straße zu verwenden. Der helle Wahnsinn! Wer schon einmal in China war, wird einen klitzekleinen Unterschied erkennen…
Was mich in China am meisten nervt, ist der chaotische Verkehr. Die Verkehrsteilnehmer zerstören nahezu mutwillig jeglichen Verkehrsfluss. Statt einfach mal nachzudenken oder sogar einem anderen die Vorfahrt zu gewähren wird ständig gehupt. In Hong Kong haben die Leute gelernt, dass es sich lohnt einige Regeln zu befolgen und dass Probleme oder Staus sich nicht weg hupen lassen. Das Ergebnis: Es wird praktisch gar nicht gehupt und der Verkehr fließt magischerweise!
Wozu die chinesischen Fahrkünste und ihre fragwürdige Interpretation von Verkehrsregeln führen kann, durften wir dann auf der Rückfahrt am eigenen Leib erleben. Kurz hinter der Grenze verfingen wir uns in einem Stau. Viel stehen, ein bissel rollen, der ein oder andere Versuch den Standstreifen zu benutzen und abzukürzen. Dummerweise standen immer wieder liegengebliebene Fahrzeuge auf dem Standstreifen und blockierten auch hier die letzte Möglichkeit abzukürzen. In Deutschland gibt es das System der Gassenbildung, das dazu führt, dass Rettungskräfte auch ohne Standstreifen durchkommen. In China gibt es sowas scheinbar nicht. Der Streifenwagen mit eingeschaltetem Blaulicht kam leider ebenso wenig voran, wie alle andern auch. Ein Fahrstreifenwechsel ist unmöglich, weil wirklich niemand eine entsprechende Lücke freimachen würde und somit auch keine Form des Reisverschlussverkehrs möglich ist. Letzteres hätte den Stau, der uns über eine Stunden kostete, verkürzt , wenn nicht sogar verhindert . Der Grund allen Übels war eine etwa 200m lange Sperrung der mittleren Fahrspur und die Umleitung des Verkehrs über die beiden äußeren Spuren. Warum auch direkt vor der Baustelle nur Stillstand herrschte, bleibt wohl ein chinesisches Geheimnis. Etwas Rücksicht auf die Fahrzeuge der mittleren Spur, die Nutzung eines Reißverschlussverfahrens und einer Handvoll Menschenverstand hätte diesen Stau verhindert!
Da wir auf der chinesischen Seite der Grenze aber auch noch unseren Anschlussbus verpasst hatten (Grenzkontrolle hat zu lange gedauert!) saßen wir auch dort noch 2 Stunden rum, so dass unsere Rückreise summa summarum 7 Stunden gedauert hat :(
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