Montag, 6. September 2010

Die Rückkehr

Die Reise nach Fernost stand kurz vor ihrem Ende. Das Einzige, was mich noch von Deutschland trennte, war die Rückreise.

Geplant war, mit dem Bus zum Flughafen zu fahren und dann über Dubai nach Düsseldorf zu fliegen. Klingt alles ganz einfach :)

Vier Stunden vor Abflug bin ich also mit dem Bus in Foshan losgefahren (normalerweise 1 Std Fahrtzeit). Auch wenn ich die Strecke zum Flughafen bereits 3mal gefahren bin, durfte ich je 3 verschiedene Strecken kennenlernen. Die Auswahl meiner letzte Route war dann eine absolute Katastrophe. Wir standen 1 Stunde in einer ewig langen Baustelle im Stau. Da die Kanaldeckel ca. 3cm oberhalb des Fahrbahnbelags lagen, stand die ganze Straße unter Wasser. Dazu kam, dass der Straßenrand und der Standstreifen von Baumaterialien, Werkzeug und Müll blockiert wurde, so dass auch die chinesische Flexibilität nicht greifen konnte. Mir ist wirklich ein Rätsel, wie ein Busfahrer eine solche Strecke auswählen kann!

Dank meiner mehr als großzügigen Planung kam ich also knapp 2 Stunden vor Abflug im Flughafen an. Die Warteschlange für den einzigen Emiratesflug schlängelte sich bereits durch die ganze Eingangshalle. Also, knapp eine Stunde anstehen! Als wir endlich zu den ersten Absperrbänder kamen, wurde die Warteschlange kurz hinter mir dicht gemacht und damit auch der Checkin begrenzt. Kaum war ich am Schalter, sollte ich mein Zeug wieder einpacken und erstmal die Gebühren für meine Umbuchung begleichen. Da ich nirgendwo einen Info-schalter oder ähnliches von Emirates gesehen hatte, war ich davon ausgegangen, dass das am Checkin beglichen werden könnte. Tja, falsch gedacht :( Ich bin also wieder losgezogen zu einem Ticketschalter des Flughafens, in den Farben der Flughafengesellschaft. Selbst, wenn ich diesen Schalter vorher gesehen hätte, hätte ich nicht versucht dort mein Geld loszuwerden! Dort angekommen, stand ich natürlich wieder in der Warteschlange! Die nette Dame hinter dem Counter war die Ruhe selbst...auf der anderen Seite des Counters sah das vollkommen anders aus :) Ich habe mich irgendwann in das nette Gespräch eingemischt und mich vorgedrängelt. Na super...das Begleichen von Umbuchungsgebühren ist ein riesen Papierkrieg. Die gute Dame hat Formulare und Durchschläge en mass ausgefüllt. Bezahlen mit Kreditkarte war ihr eigentlich auch nicht recht: das Gerät war bereits in ihrer Tasche verstaut. Der ganze Mist dauerte und dauerte. Meine Blicke auf die emirates-Checkinschalter ließen meine Puls immer weiter steigen. Die ersten Counter wurden bereits geschlossen, die Mitarbeiter zogen sich zurück und ich wartete immer noch auf meinen Beleg *ahhhh*. Nachdem ich endlich meinen Wisch hatte, bin ich wieder durch die Halle gejoggt und habe dort noch 2 Leute am Schalter angetroffen, die gar nicht begeistert waren mich zu sehen. Es musste dann geprüft werden, ob man den Computer noch überreden könne einen weiteren Passagier zu erlauben und einzuchecken. Nachdem der Schichtleiter sein okay gegeben hatte und den Computer noch freischalten ließ, konnte ich immerhin mein Ticket bekommen. Das Gepäck konnte ich aber nicht mehr einfach aufgeben. Das musste über den Sperrgepäckcounter geregelt werden...also wieder rennen. Nachdem ich mein Zeug los war und mein Ticket hatte, waren es noch 15-20min bis zum Ende des Boardings. Davor lagen nur noch die Zollkontrolle, Leibesvisitation und Ausweis-/Ausreisekontrolle. Na bravo...für all den Scheiß hatte ich natürlich mehr als genug Zeit! Um all die nette Checks pünktlich zu packen, rannte ich nur noch durch den Flughafen und später natürlich auch noch zu einem der letzten Gates. Am Ende hab ich es knapp und nass geschwitzt geschafft. Wegen schlechten Wetters und organisatorischer Engpässe blieb der Flieger dann aber doch noch 20min am Boden! Na, hätte ich das mal gewusst... Flug und Rückreise liefen dann im Großen und Ganzen problemlos.

Ergebnis: Nach 5 Monaten bin ich wieder zurück in Deutschland und freue mich euch alle wieder zu sehen!

Bis die Tage

Donnerstag, 2. September 2010

Shanghai

Der letzte Ausflug wurde nochmal spannend: Shanghai samt Expo mussten schließlich noch besucht werden.

Shanghai ist wieder eine vollkommen andere Stadt. Nach Hongkong und Peking nun die dritte Variante einer chinesischen Metropole. Glücklicherweise konnte ich bei einer Bekannten unterkommen und ein gemütliches Sofa bzw. später sogar ein Bett (sie hat auswärts genächtigt) genießen. Die Unterkunft der Hostessen und Hosts des dt. Expo-Pavillons können sich wirklich sehen lassen - eine 4 Sterne Anlage mit Pool, Fitnessräumen und netten Appartements, die man sich zu dritt teilt.

Der Expobesuch war natürlich Pflicht :) Wirklich spannend wurde es aber erst, als ich nicht mehr allein von Pavillon zu Pavillon inkl. Warteschlange latschen musste. Mit einem freundlichen Lächeln und Mitarbeiterausweis konnte mich meine Bekannte an der ein oder anderen Warteschlange vorbeischleusen. Richtig nett war auch der Abschluss des Tages im südafrikanischen Pavillon: Weinprobe mit Häppchen für alle mit Mitarbeiterausweis ;).

Neben der Expo habe ich die wichtigsten Touri-stationen mitgenommen: Bund, Yu Garden, Najing Lu, People Square, Pudong und French Concession. In der Nähe von Shanghai liegt Suzhou, eine kleinere Stadt mit vielen flachen Gebäuden und einigen alten Sehenswürdigkeiten sowie netten Kanälen, die man mit kleinen Bötchen erkunden kann.

Auch an dieser Stelle nochmal 1000-Dank für die tolle Zeit, Unterkunft und Führung :)

Inzwischen bin ich nochmal für eine Nacht in Foshan angelangt. Als nette Begrüßung wollte mich der Taxifahrer verarschen. Als ich Einstieg nannte er mir eine Zahl: Für mich klang es eindeutig nach 14 (shi si), was auch dem üblichen Preis entspricht. Ich bin davon ausgegangen, dass er mir als nette Info den Fahrpreis nennt und dachte mir dabei nichts weiter. Ich achtete dummerweise nicht mehr auf das Taxameter, das er nicht eingeschaltet hatte, wie ich nachher mit Schrecken erfahren musste. An der Uni angekommen, wollte der gute Mann dann plötzlich 44 Kuai haben und meinte er hätte si si (vier vier, was aber auch nicht 44 heißt!) gesagt. Gut, dass ich Kleingeld hatte. Der Typ hat dann 15 Kuai bekommen, ich bin ausgestiegen und der Typ musste fluchend abhauen...er parkte dummerweise auch noch vor einer Ausfahrt und musste zügig weiterfahren. Arschloch!

Morgen Abend mache ich mich dann wieder auf den Weg nach Deutschland.

Die Reise nach Fernost geht ihrem Ende entgegen!


EXPO:
Blick vom Balkon des Appartements auf den chinesischen Pavillon
Das Highlight des deutschen Pavillons. Eine Kugel, die im Raum schwingt und dank zig LEDs beliebige Motive darstellen kann. Die Bewegung und Motive der Kugel lassen sich dazu durch Schall steuern - lautes Klatschen zum Beispiel!
im dt. Pavillon wird ganz bewusst mit Klischees gespielt. Ein Schrebergarten mit Taubenzucht als Animation mit Tönen
der deutsche Pavillon


Shanghai:
Es gibt auch wirklich alte Hotels
In Shanghai hat wirklich die Möglichkeit richtig lecker und europäisch, österreichisch Kuchen zu mampfen

Das wohl meist fotografierte Motiv der Stadt - Blick auf Pudong


Suzhou: